Konzept


Positionieren. Diskutieren. Konkretisieren.

Wir laden ein zu einem eintägigen Vernetzungstreffen zwischen Akteuren, deren Arbeitsschwerpunkte im Themenfeld ,Digitalisierung und Literatur' liegen. Ob als E-Book-Verlegerin, Journalist, Bloggerin oder Wissenschaftler: Literatur und ihr Verhältnis zur Digitalisierung beschäftigt sie alle, und das jeden Tag. Wir möchten mit der Arbeitstagung die Diskussionen aktueller Entwicklungen und innovativer Konzepte fördern sowie ihre Akteure untereinander verbinden und diese aktive Gruppe in der Öffentlichkeit noch sichtbarer machen. Es gilt, den Stand der Dinge in Sachen ,Digitalisierung und Literatur' von unterschiedlichen Positionen aus zu bestimmen und die in die Zukunft weisenden Überlegungen miteinander zu verknüpfen. Theoretiker und Praktiker kommen auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch: um die richtigen Fragen zu stellen und gemeinsam die Antworten darauf zu finden.

 


Standorte benennen und bewegen
Wir gehen von dem Stand der Dinge aus, den die Teilnehmerlinnen im Vorfeld der Arbeitstagung fixieren: Vor welchen Aufgaben steht die Buch- und Medienbranche in der Gegenwart? Wie wirkt sich die digitale Revolution auf die Produktion, Verbreitung und Vermittlung von Literatur aus? Wie reagiert die Wissenschaft auf die veränderten Lebens- und Arbeitsbereiche? Und wie lässt sich darüber am besten diskutieren? Auf der Veranstaltung geht es darum, die eigenen Antworten auf diese Fragen wieder zu lockern: Im Verlauf des Tages entsteht so eine Kartierung von Positionen, die am Ende des Tages eine Übersicht bieten kann, aber längst noch nicht abgeschlossen ist. Mit jeder weiteren Frage, jeder weiteren Überlegung werden neue Verbindungen sichtbar. Wir entwirren damit den verknäulten roten Faden, verknoten, spinnen fort und finden so hoffentlich einen Weg aus dem Labyrinth.

 

 

Ratlosigkeit vernetzen und Fragen stellen

Wir fördern die aktive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Literaturbetrieb und Buch- und Medienbranche. Die Sichtbarmachung der Beziehungen unterschiedlicher Ansätze ermöglicht ein produktives Weiterarbeiten: Neue Kooperationen können angestoßen, bestehende intensiviert werden. Als Nachwuchswissenschaftler/innen möchten wir mitbestimmen, in welche Richtung in Zukunft geforscht werden soll. Und als Börsenverein des Deutschen Buchhandels halten wir es für wichtig, dass sich die Akteure der Digital-First-Szene zusammenfinden, um in der Öffentlichkeit als treibende Kraft agieren zu können und als solche wahrgenommen zu werden. Diese Entwicklung möchten wir unterstützen, um sie dann in der Branche festigen und auszubauen zu können.

 

 

Form follows Function!?

Teil unseres Konzeptes ist es, die Inhalte und Formate jetzt noch nicht festzuzurren, sondern die Teilnehmer die Inhalte mitgestalten zu lassen.

Die Inhalte könnten folgendermaßen aussehen:

·     Digitales Schreiben/Digitale Literatur

Netzliteratur, Hyperfiction, digitale Poesie, Computerkunst, New Media Poetry: Es gibt verwirrend viele Sammelbegriffe für digitale Literatur. Doch was zeichnet sie eigentlich aus, wer liest sie, wie wird sie geschrieben und programmiert – und letztlich verkauft?

·     Zusammenhang von Materialität und Medialität

E-Book-Reader, Smartphones und Tablets verfügen über weitaus mehr Möglichkeiten als das gedruckte Buch. Leser können den Ausgang der Geschichte mitbestimmen, Autoren arbeiten gemeinsam an multimedialen Literaturprojekten und Digitalverlage setzen sich verstärkt mit der nichtphysischen Gegenständlichkeit der Texte auseinander. Mediale Formen und materielle Bedingungen verändern unser Verständnis von Literatur. Was heißt das für die beteiligten Akteure?

·     Prinzip Buch

Gedruckte Bücher sind fertige Produkte, die für die Branche leichter zu vermitteln sind, digitale Texte dagegen sind häufig unabgeschlossen, für Lesende und Schreibende modifizierbar und partizipativ nutzbar: Was bedeutet das für die entstehenden Texte? Wie lassen sich diese Veränderungen wissenschaftlich beschreiben?

·      Methodische Diskussionen

Welche Form kann eine solche Standortbestimmung überhaupt haben? Wie können wir die unterschiedlichen Positionen produktiv zusammenbringen und welche Ergebnisse können erwartet werden? Unsere vorgeschlagenen Formate stehen damit ausdrücklich auch zur Diskussion.

 

Zielgruppe

Mit der Auswahl der Tagungsteilnehmer/innen verbinden wir diejenigen aus Praxis und Wissenschaft, die sich bereits eingehend mit Literatur und Digitalisierung auseinandersetzen. Anknüpfungspunkte sind Konferenzen zur Literaturvermittlung der Zukunft, Performances digitaler Literatur, Digital Humanities-Tagungen, Branchentreffen mit technologischem Schwerpunkt und Digitalverlage. Bisher fehlt jedoch ein Forum für den gemeinsamen Austausch, das mit der digital*litera* etabliert werden soll. Die Teilnahme zu unserer Arbeitstagung selbst erfolgt auf Einladung. Göttinger Nachwuchswissenschaftler/innen können sich um einen Platz bewerben. Die Ergebnisse werden jedoch für alle Interessierten zugänglich sein, denn die anschließende Diskussion in größerem Kreise ist nicht nur erwünscht, sondern eines unserer erklärten Ziele.